Radlager Puch 500 hinten

und natuerlich auch die antworten dazu bitte hier eintragen

Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » Sa 28. Okt 2017, 15:35

Hallo,
Ich habe eine Frage zu den hinteren Radlagern beim Puch-Getriebe. Laut Ersatzteilkatalog sind es 6205 Z. Das heisst für mich, dass sie einseitig eine Dichtscheibe haben. In welcher Richtung baut man die ein, ich nehme an die offene Seite nach innen? Oder waren damals doch doppelseitig geschlossene Lager gemeint?
Ich habe das Getriebe vor ca. 10Jahren schon mal hergerichtet, damals hatte ich ohne viel nachzudenken doppelseitig geschlossene Lager eingebaut.
Hat auch funktioniert, bin allerdings nur ein paar 1000km gefahren... Heuer ist mir dann ein damals erneuerter Schaltstift gebrochen, und jetzt möchte ich die ganze Aufarbeitung doch etwas genauer angehen.

LG aus der Steiermark
Michael
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon erik » So 29. Okt 2017, 00:47

hi und willkommen

Michael_77 hat geschrieben:In welcher Richtung baut man die ein...

ab 59 wurde ein zusaetzlicher abdeckring auf der innenseite des lagers vorgesehen. lt. kd wird das lager mit der dichtscheibe nach innen verbaut wenn dieser abdeckring nicht vorhanden ist. ist der abdeckring da, dann nach aussen. es gibt aber auch einen zwischenring, welcher bei verwenden einer neuen welle mit altem achsrohr verwendet werden soll.

interessanter weise sind i.d.kd/4/59 gleich zwei fehler:
- im text eine falsche nummer fuer den zwischenring
- i.d.skizze die dichtscheibe des lagers falsch eingezeichnet

wichtiger finde ich, dasz man ein lager mit groesserem lagerspiel verbaut, weil die welle beim einfedern sich hin und her bewegt.

erik
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » So 29. Okt 2017, 09:17

Hi Erik,
Danke für die Antwort! Ok, Dann habe ich die Lager jetzt leider falschrum eingebaut, ich bin davon ausgegangen, das Öl von innen zum Lager hinkommen soll.(Meiner ist Bj. 4/1958 ohne zusätzliche Abdeckscheiben.) Dann muss in meinem Fall das Lager aber vor dem Einbau des Dichtrings mit Fett gefüllt werden, denn sonst gibt's wohl keine Schmierung... Also ich muss dazu sagen, dass ich beruflich mit Schmierung und Dichtringen an Getrieben zu tun hatte, deshalb versuche ich zu verstehen, was sich die Puchianer damals gedacht haben.
Zum Radialwellendichtring hätte ich auch noch eine Frage. Ich hab neue aus dem Material NBR rumliegen, die vertragen aber nur 100 C. Geht sich das temperaturmässig aus, ich mein vor allem wegen Bremse?

Wegen Lagerluft, ich hab eh C3 genommen, weil ich gesehen hab, dass es beim 650TR so angegeben ist. Mit der Bewegung beim Einfedern hast du schon recht. Jetzt gibt auch etwas anderes einen Sinn, dass mir aufgefallen ist. Also ich habe noch 2 andere Getriebe zerlegt (leider ohne Halbachsen) meines ist das älteste. Bei den beiden anderen ist die Ausnehmung der grossen Kegelräder grösser, d.h. sie lassen mehr Axialbewegung der Gleitsteine zu. Ich hab aber eh vor die neueren Kegelräder zu verwenden.

Ich hoffe ich nerve nicht allzusehr mit meinen Fragen.
LG Michael
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon erik » So 29. Okt 2017, 12:55

hi
Michael_77 hat geschrieben:Ich hoffe ich nerve nicht allzusehr mit meinen Fragen.

ich denke dafuer ist das forum doch da.

Michael_77 hat geschrieben:die vertragen aber nur 100 C. Geht sich das temperaturmässig aus

ja, klar. da brauchst du dir keine gedanken machen.
du brauchst auch keine angst haben, dasz das oel nicht ueberall hinkommt - normaler weise ist das problem genau umgekehrt - viele haben probleme das dicht zu bekommen, weil das oel auch innerhalb des laufringes durch kann.

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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » So 29. Okt 2017, 20:29

Irgendwie ist das ganze sowieso eine fragwürdige Konstruktion. Normalerweise reicht bei sowas ein Radialwellendichtring, der schafft so etwas locker auch ohne abgedichtetes Lager. Die Sache mit dem Laufring auf der Verzahnung kann aber ohne Dichtmasse eigentlich so nie völlig dicht werden.
Beim Zerlegen war bei mir übrigens äusserlich alles trocken. Zwischen Dichtring und Lager (2Z) war aber Öl, d.h. es kommt auch unter dem Lagerinnenring durch.
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » Fr 10. Nov 2017, 18:24

Hast du eine Teilenummer und ev. die Maße von diesem Zwischenring? Bei mir hat eine alte Antriebswelle einen Schlag. Ich habe 2 neuere (volle) Antriebswellen rumliegen, bei denen der Rundlauf ok ist und die ich gern in meine alten Halbachsrohre einbauen möchte.
Die Sicherheitsscheiben 501.3.34.075.1 habe ich, die würde ich sonst aussen abdrehen.
Hab nur den Ersatzteilkatalog von 3/58 und den vom Combi, und da ists nicht drinnen.
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon erik » Sa 11. Nov 2017, 00:26

hi

Michael_77 hat geschrieben:Hast du eine Teilenummer und ev. die Maße von diesem Zwischenring?...
Die Sicherheitsscheiben 501.3.34.075.1 habe ich, die würde ich sonst aussen abdrehen.

501.1.34.076.1 - 4mm stark - ich glaube ich hab auch einmal eine "abgedreht" - mit der feile:-)

aber ich hab sicher eine herumkugeln, gib einfach bescheid...

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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » Sa 11. Nov 2017, 20:55

erik hat geschrieben:hi

Michael_77 hat geschrieben:Hast du eine Teilenummer und ev. die Maße von diesem Zwischenring?...
Die Sicherheitsscheiben 501.3.34.075.1 habe ich, die würde ich sonst aussen abdrehen.

501.1.34.076.1 - 4mm stark - ich glaube ich hab auch einmal eine "abgedreht" - mit der feile:-)

aber ich hab sicher eine herumkugeln, gib einfach bescheid...

e

Mit Ständerbohrmaschine und Feile hab ich früher auch oft Drehbankersatz gespielt ;-)

Danke fürs Angebot, aber ich denke es ist einfacher wenn ich gleich M24 Beilagscheiben von einem Bekannten aussen abdrehen lasse, die haben innen 25 und sind 4mm stark. Und als Spannvorrichtung wird gleich die alte Antriebswelle missbraucht ;-)
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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon erik » Mo 13. Nov 2017, 16:32

hi
Michael_77 hat geschrieben:Mit Ständerbohrmaschine und Feile hab ich früher auch oft Drehbankersatz gespielt ;-)

ich war jung und brauchte die scheibe:-)
staenderbohmaschine hab ich damals glaube ich nicht gehabt...

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Re: Radlager Puch 500 hinten

Beitragvon Michael_77 » Mi 15. Nov 2017, 19:14

Ich hab mich jetzt übrigens entschlossen, wieder beidseitig geschlossene 2RS Lager zu verwenden, weil ich das originale Schmierungskonzept einfach nicht nachvollziehen kann.
In den Bereich zwischen Dichtring und Lager kommt ein bissl Fett rein. Dann hat - falls alles dicht bleibt - der Dichtring etwas Schmierung für die Dichtlippe. Und falls es das Fett im Lager doch irgendwann mit Öl ausschwemmt, machen diese geringen Mengen Fett im Öl nix aus.
Und Welle, Lager und Laufring werden gering mit Dichtmasse oder besser Schraubensicherung (mittelfest) bestrichen und dann die Bremstrommeln montiert und schon mal soweit möglich festgezogen. Das ganze setzt halt voraus, dass die Bremstrommeln leicht auf die Verzahnung raufgehen.... Mal sehen, ob dann auch alles so funktioniert ;)
Die 6205 2RS2 C3 Lager (mit Doppellippen Labyrinth-Dichtung) gibt's übrigens von NKE (ex. Steyr-Lager). Somit bekommt der Puch wieder seine fast originalen Radlager Made in Austria :D
Die Zwischenringe von neuer Welle auf altes Achsrohr sind übrigens schon angefertigt und auf die Wellen aufgezogen, ein Problem weniger bis zum Zusammenbau des Getriebes :D
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