Wie haltbar war der Puch früher?

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Benjamin
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Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Benjamin »

Wie war das damals als der Puch noch auf den Straßen unterwegs war.
War der Puch zuverlässig oder ging da gerne mal was kaputt?

Für mich wirkt das Auto bis auf einige ausnahmen echt haltbar. :)
Mich würde mal ein vergleich zu jetzigen Autos interessieren.

  • Welche Laufleistung hat denn ein Puch Motor bis er wieder überholt gehört?
    Hatte der Motor öfters Probleme?

    Gab es beim Getriebe Schwierigkeiten außer die Lager der Achstrompeten?

    Die Vorderachse wirkt sehr stabil und Langlebig. Die war Problemlos oder?

    Wie war das damals mit dem Rost? Nach wie vielen Jahren ging das los?

Vielleicht fällt euch ja auch noch was ein. :D

Ich wünsche euch allen ein Frohes neues Jahr!
Mit freundlichen Grüßen Benjamin
STEYR-PUCH 700C (1963)
erik
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von erik »

hi

eine gute frage, weil die leistungen mit heutigen autos nicht zu vergleichen sind.
das faengt damit an, dasz die strassen frueher in einem schlechteren zustand warn, dh der puch musste im laendlichen bereich einiges einstecken.
die autos warn damals um einiges wartungsintensiver, aber das war eben normal und hat niemanden gewundert.
die vorderachse ist alles andere als unproblematisch, schuld daran sind die unterdimensionierten achschenkel. vorgeschrieben war anfangs diese alle 1000km abzuschmieren - unvorstellbar fuer heute, dasz sich jemand quasi bei jedem tanken unters auto legen muss (spaeter wurde auf 2500km angehoben, wobei mir keine konstruktive veraenderung bekannt waere).
auch das mit dem rost (der ausreichend vorhanden war:-) war nicht so eine aufregung. das sieht man daran, dasz es fuer die autos alle nur erdenklichen reparaturbleche gegeben hat.
kennst du ein einziges auto von heute, fuer das man bodenplatten zum einschweissen bekommt?

ich denke der zugang zu autos hat sich komplett gewandelt. ich erinnere mich an die aussage eines kindes in der bekanntschaft unlaengst: das schlimmste ferienerlebnis - das auto ist nicht angesprungen!
also ich tu mir echt schwer abzuschaetzen, wie oft meine autos nicht angesprungen sind:-)

erik
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Benjamin
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Benjamin »

erik hat geschrieben:kennst du ein einziges auto von heute, fuer das man bodenplatten zum einschweissen bekommt?
Für meinen T4 Bus gibts noch welche aber da ist der Rost ja auch ein Problem :D (die habe ich gesehen als ich die Kotflügel gekauft habe)
Aber das dürfte eh eines der Letzten Autos sein.

Reparaturstücke für Bodenplatten sind mir schon einige bekannt. ;)


Wie viele Kilometer hat eigentlich der Motor gehalten bis man ihn überholen musste?
Und was ging da gerne Kaputt?
erik hat geschrieben:das auto ist nicht angesprungen!
also ich tu mir echt schwer abzuschaetzen, wie oft meine autos nicht angesprungen sind:-)
Ich denke mir dann immer wie weit das Auto schon ohne Probleme gefahren ist. :)
Mit freundlichen Grüßen Benjamin
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erik
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von erik »

hi
Benjamin hat geschrieben:Für meinen T4 Bus gibts noch welche
echt, der wird noch gebaut? in suedafrika?
:-)))))
Benjamin hat geschrieben:Wie viele Kilometer hat eigentlich der Motor gehalten bis man ihn überholen musste?
Und was ging da gerne Kaputt?
ja, ich weiss, da hab ich nicht gleich geantwortet drauf, weil:
der motor ist ja noch so aufgebaut, dasz er recht viel oel verbraucht, damit muss man den stand oft kontrollieren. oft wurde das verabsaeumt und dann war er hin.
wenn man aber brav alles nach plan macht, dann "laeuft" er quasi ewig - nur:
im lauf der zeit verbrennt er immer mehr oel und hat natuerlich auch weniger leistung. das mit dem oel geht heute natuerlich garnichtmehr wenn man mit pickerl fahren moechte.
mit anderen worten, heute zaehlen andere maszstaebe als damals. da ist man gefahren bis er hin war (und hat dann oft einfach den naechsten aus einem schlachtfahrzeug eingebaut:-)

e
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Benjamin
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Benjamin »

erik hat geschrieben:echt, der wird noch gebaut? in suedafrika?
Gebaut wird der leider nicht mehr, aber warum auch immer gibt es da fast alle Blechteile noch zu kaufen. ;)
Das ist wie beim Puch jetzt.

Bei Autos von heute weiß ich das nicht genau wie viel an Blechteilen es noch gibt.
Da kommt es darauf an was Autos von heute sind :)
Blechteile für den Boden oder Schweller braucht man ja erst bei 15 Jahre alten Autos.
erik hat geschrieben:und hat dann oft einfach den naechsten aus einem schlachtfahrzeug eingebaut:-)
Wenn das heute auch so einfach wäre. :)
Das mit dem Öl ist bei meinem auch so, ich muss immer wieder mal einen Schluck nachfüllen.

Mit neueren Autos kommt man normal von Ölwechsel zu Ölwechsel ohne nachzufüllen.
Mit freundlichen Grüßen Benjamin
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Michael_77
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Michael_77 »

Wie haltbar die Dinger auf der Straße waren, weiß ich leider nicht.
Aber in einem alten Versuchsbericht von 1962 ist für den 650er Motor von 344h am Prüfstand die Rede, wobei davon 293h Volllast 4500 bis 4600U/min gefahren wurden. Bei einer Kontrollzerlegung danach wurde nur minimaler Verschleiß festgestellt. Wären also im Fahrzeug angenommen im 4.Gang mit 90km/h ca. 26000km bei Vollast wohlgemerkt. Also für den kleinen Motor nicht so wenig, da kann man im realen Fahrbetrieb schon mal locker das doppelte bis 3 fache ansetzen.
Danach wurde der Prüflauf noch fortgesetzt, den abschließenden Versuchsbericht habe ich aber leider nicht gefunden.
Der 500er Motor (Bj. 58), der bei meinem ursprünglich eingebaut war, wurde offensichtlich noch nie zerlegt, und am Tacho waren um die 16000km, also ich denke, man kann noch eine 1 davor setzen. Der lief übrigens noch ganz normal und hatte auch noch halbwegs Leistung, bin aber nur interessehalber kurz damit gefahren. Es war auch noch die erste Kupplung drin, mit der bin ich mit dem 650er Motor sogar noch eine Zeitlang weitergefahren.
Das Getriebe selbst war allerdings schon mal zerlegt worden und zumindest die Schaltgabeln neu eingestellt oder getauscht worden. Lager dürften noch nie getauscht worden sein.
Was für mich beeindruckend war, sind die hinteren Spiralfedern. Heutzutage hat man so nach 7 bis 10 Jahren schon mal einen Federbruch. Ich denke, dass bei meinem Puch die ersten Federn drinn waren und die waren nur leicht angerostet. Sind aber geometrisch auch einwandfrei gemacht mit dem auslaufenden Teil der Feder und den Gummiauflagen - Hut ab 8-)
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Benjamin
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Benjamin »

Dann ist der Puch Motor doch sehr stabil. :)
Michael_77 hat geschrieben:Was für mich beeindruckend war, sind die hinteren Spiralfedern. Heutzutage hat man so nach 7 bis 10 Jahren schon mal einen Federbruch.
Es gibt einige neue Autos da bricht die erste Feder auch schon mal nach 3 Jahren, manche schauen auch aus als ob diese so gebaut sind um zu brechen.

Bei meinem 700er sind auch noch die Originalen Federn drin! :)
Alles schön entrostet und Lackiert.
Nur die Unterste Lage der Blattfeder muss ich mal erneuern, da das Linke Gummilager nicht fest genug hält und langsam verrutscht.
Da dürfte der Ring etwas aufgebogen sein.
Mit freundlichen Grüßen Benjamin
STEYR-PUCH 700C (1963)
Michael_77
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Michael_77 »

Bei meinen Alltagsfahrzeugen hab ich die Federn und alle anderen Fahrwerksteile immer mit Wachs (Innotec HighTempWax) eingesprüht, und bei jedem Reifenwechsel die Federteller ausgeblasen, um Schmutz und Streusplitt zu entfernen. Da gabs nie einen Bruch.
Ein Kollege hat mir das so erklärt, dass durch den Rost feine Haarrisse entstehen, die sich dann halt fortsetzten.
Nur wieso sowas früher eher selten aufgetreten ist, kann nur am Material liegen.
Hermann
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Re: Wie haltbar war der Puch früher?

Beitrag von Hermann »

Also wenn zu den Puch 500 Zeiten soviel Salz auf den Straßen gestreut worden wäre wie heute,
hätten sicher nicht so viele 500 er überlebt !

Also 100.000 km Laufleistung, bei guter Wartung, glaube ich war kein Problem für einen 500 er oder ?
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